Aneurysmen und Subarachnoidalblutung

Aneurysmen sind Gefäßwandaussackungen, welche in allen Arterien des Körpers vorkommen können. Meist liegt diesem Krankheitsprozeß eine Arteriosklerose und/oder eine angeborene Bindegewebsschwäche zugrunde. Durch hämodynamische Gegebenheiten, wie z.B. Blutverwirbelungen innerhalb der Aussackungen, kann es zu einer Größenzunahme und Gefäßwandausdünnung des Aneurysmas kommen.
Sogenannte inzidentelle, also zufällig diagnostizierte, Aneurysmen kommen bei etwa 1,8 % der Bevölkerung vor. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen nach Diagnose eines inzidentellen Aneurysmas stellt für alle Beteiligten eine große Herausforde rung dar. Wie bei jeder ärztlichen Beratung muss zunächst eine sorgfältige Nutzen-/Risikoabschätzung erfolgen, denn auch die Behandlung inzidenteller Aneurysmen hat gewisse Risiken. Oft sind die Ansichten zum optimalen Behandlungsverlauf je nach Fachrichtung unterschiedlich. In unserem Zentrum erfolgt daher eine Fallvorstellung jedes diagnostizierten Aneurysmas oder anderer Gefässerkrankungen in unserer interdisziplinären zerebrovaskulären Konferenz und hiernach eine ausführliche Beratung des Patienten. In der interdisziplinären zerebrovaskulären Konferenz sind Experten aus den Fachrichtungen der Neurochirurgie, Neuroradiologie, Gefäßchirurgie und Neurologie vertreten (Hirngefäßzentrum).
Zudem besteht eine enge Kooperation mit einem stereotaktischen Strahlungstherapeuten (Saphir Radiochirurgie Zentrum Frankfurt am Main), der ebenfalls während der Konferenzen anwesend ist.

 

Durch diese engmaschige, regelmäßige Zusammenarbeit kann die optimale Behandlungsstrategie für den betroffenen Patienten im Konsens der verschiedenen Fachdisziplinen gefunden werden (Seifert et al. Dtsch Ärztblt. 2008).

 

 

Prinzipiell gibt es drei mögliche Vorgehensweisen:

•    beobachtendes, konservatives Vorgehen

 

Hierbei erfolgt die regelmäßige Kontrolle mittels entsprechender Bildgebung (MRT, Angiographie) in zuvor definierten Zeiträumen. Dadurch ist eine enge Anbindung des Patienten gewährleistet und es kann auf entsprechende Größen- oder Formänderungen des Aneurysma adäquat reagiert werden.

•    mikroneurochirurgische Behandlung des Aneurysma mittels Clipping

Beim neurochirurgischen Clippen des Aneurysmasackes erfolgt die Behandlung mittels Setzen eines Titan-Clips auf den Aneurysmahals und die damit verbundene Ausschaltung des Aneurysmas (siehe C in der Abbildung unten).