Frankfurt im Movember

Movember am Universitätsklinikum: Marco Russ spricht über Krebsdiagnose

Am 19. November sprach der Eintracht-Spieler und ehemalige Krebspatient Marco Russ am Universitätsklinikum gemeinsam mit dem Direktor der Urologie Prof. Felix Chun und der Movember Foundation über die Wichtigkeit der Krebsvorsorge bei jungen Männern.

2016 erhielt Eintracht-Spieler Marco Russ die schwere Diagnose: Hodenkrebs. Es begann eine Leidensgeschichte inklusive zweier Chemotherapien, doch am Ende ging alles gut: Russ besiegte den Krebs und kehrte nach nur 285 Tagen in den Profifußball zurück. Heute sagt er über seine Krankheit: „Ich hatte Glück. Der Tumor war gefährlich, eine Operation unbedingt nötig. Wäre er nicht durch Zufall entdeckt worden, könnte ich heute tot sein.“ Russ hat aus seiner Erfahrung gelernt und möchte vor allem jungen Männern klar machen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen gerade bei männerspezifischen Krebsarten wie Hoden- oder Prostatakrebs sind. Deshalb informierte er kürzlich zu diesem wichtigen Thema gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Frankfurt und der Movember Foundation.

Bewusstsein für Krebsvorsorge schaffen

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern aller Altersstufen, Hodenkrebs bei Männern unter 40. Trotzdem nehmen nur circa 18 Prozent der Männer regelmäßige urologische Vorsorgeuntersuchung wahr. Michael Fischer, European Country Manager der Movember Foundation erklärt: „Wenn man sich diese Zahlen vor die Augen führt, ist man geschockt. Die Männergesundheit steckt in der Krise und wir machen viel zu wenig, um das zu ändern. Fragt man beispielsweise einen Mann zwischen 20 und 30 Jahren, ob er sich regelmäßig die Hoden abtastet oder einen Urologen des Vertrauens hat, an den er sich wenden kann, ist die Antwort ein ganz klares Nein. Ich freue mich, dass es Institutionen wie das Universitätsklinikum Frankfurt gibt, die gemeinsam mit uns daran arbeiten, die Situation zu verbessern.“ Die Klinik für Urologie am Universitätsklinikum, die von Prof. Felix Chun geleitet wird, beteiligt sich bereits seit Jahren am Movember. Das Wort Movember setzt sich aus Moustache – englisch für Schnauzbart – und November zusammen. Männer lassen sich den ganzen Monat lang einen Schnurrbart wachsen und weisen mit kreativen Maßnahmen auf das Anliegen Vorsorge hin.

Marco Russ im Interview am Universitätsklinikum Frankfurt

Gute Heilungschancen bei früher Diagnose

Prof. Chun erklärt die Idee dahinter: „Männer sterben noch immer zu früh. Der Movember ist eine ideale Gelegenheit, um auf dieses weitreichende gesellschaftliche Problem aufmerksam zu machen. An der Klinik für Urologie bieten wir alle nötigen Vorsorgeuntersuchungen und auch viele der Therapien gerade bei männerspezifischen Krebsarten an. Die Heilungschancen sind sehr gut – aber nur, wenn der Krebs rechtzeitig diagnostiziert wird.“ Die Klinik für Urologie bietet daher auch für die Kollegen am Universitätsklinikum kostenlose Vorsorgeuntersuchungen an. Auch für die Mitarbeiterinnen sind spezifische Angebote in der Planung.

Bürgervorlesung informiert zur Krebsvorsorge und -behandlung

Darüber hinaus wendet sich die Klinik in einer Bürgervorlesung am 28. November um 18:00 Uhr im Universitätsklinikum (Haus 22, Raum 22-1) an die Öffentlichkeit. Hier informiert die Urologie gemeinsam mit Strahlentherapie, Pathologie und Radiologie zur Diagnose von und den verschiedenen Behandlungsoptionen bei Prostatakrebs.