Maßnahmen nach einer Nadelstichverletzung

Erstmaßnahmen:
• Blutfluss fördern, eventuell Auspressen der Wunde oberhalb der Verletzung um möglichst alles Fremdmaterial aus der Wunde zu entfernen
• Oberflächendesinfektion:
Haut: Desinfektionsmittel mit Ethanolgehalt >80%
Blutspritzer ins Auge: Spülen mit steriler 5% PVP-Jod-Lösung od. NaCl 0,9% bzw. Leitungswasser
• Eventuell Stichkanal spreizen, um Wirkung des Desinfektionsmittels in der Tiefe zu erleichtern, hierzu Tupfer mit viruzidem Antiseptikum benetzten und Verletzung mindestens 10 Minuten feucht halten

Meldung beim D-Arzt / Blutentnahme:
Jede NSV ist als Arbeitsunfall zu melden. So lässt sich eine etwaige Infektion frühzeitig diagnostizieren und es können Ansprüche gegenüber der Berufsgenossenschaft geltend gemacht werden.

Der betroffene Mitarbeiter stellt sich nach den empfohlenen Erstmaßnahmen (s.o.) umgehend in der ZNA beim D-Arzt vor (Aufnahme als Arbeitsunfall). Der Mitarbeiter des Aufnahmeschalters informiert den diensthabenden Unfallchirurgen umgehend telefonisch und bringt den Exponierten in die nächste, freie Behandlungskabine.

Aufgrund des begrenzten Zeitfensters für eine effektive Postexpositionsprophylaxe (bei HIV/HBV) sind die betroffenen Mitarbeiter in allen Bereichen vorrangig zu behandeln!
Zur Therapienentscheidung kann es hilfreich sein, wenn bei dem „Spender = Indexpatienten“ ein HIV- und Hepatitis-(Schnell)test durchgeführt wird.
Erforderliches Material: 1 weißes und 1 braunes Serumröhrchen (10 ml)
Der HIV-Schnelltest beim Indexpatienten findet im Zentrallabor (Tel. 7204) statt. Darüber hinaus findet ein HIV- [Verifizierungstest], HBV- und HCV-Test im Institut für medizinische Virologie (Te